Um den Kautschuk vernünftig aus der Dose zu bekommen, habe ich mir aus der Apotheke eine
große Spritze besorgt. Es gibt sie in z.B. 60 und 100 ml. Die Spitze ist groß genug, um
den dickflüssigen Kautschuk einzuziehen.
Man kann damit auch gut dosieren.
Um einen "Propfen" zu machen, habe ich mir ein kleines Kaffemilchdöschen
besorgt. Dieses habe ich mit angerührten Kautschuk aufgefüllt und einen Holzdübel reingesetzt.
Als der Kautschuk ausgehärtet war, konnte ich den Dübel wieder herausnehmen und hatte so einen
schönen Verschluss für die Spritze.
Es war zum Einen ein guter Test, um mich mit der Konsistenz von Kautschuk und dessen Verhalten im Bezug auf den
Vernetzer auseinanderzusetzen, als auch schon ein Hifsmittel zu erzeugen, dass ich später gut gebrauchen kann.
Zusätzlich zu einer gute Waage braucht man auch Behältnisse, in denen man kleinere Mengen anrühren kann.
Natürlich kann man die Kunststoffdeckel nehmen, die bei den Dosen mit dabei sind, aber bei kleinen Mengen ist
es doch schon besser etwas kleineres zu haben.
Zum Anrühren selbst kann man gut die Holzstäbchen der berümten Hamburgerschmieden verwenden oder
einem Bekannten das Eis-Stäbchen abwundern.
Wenn der Kautschuk ausgehärtet ist, kann man ihn sehr gut vom Stäbchen wieder abpellen. Das erhöht
die Lebensdauer dieses Hilfsmittels erheblich. Man bekommt den Kautschuk auch gut wieder aus dem Becher, in dem man den Kautschuk
angerührt hat.
VORSICHT bei der Kleidung, zieht Euch alte Klamotten an. Ob und inwieweit die Sachen wieder rauszuwaschen sind, entnehmt Ihr bitte
dem jeweiligen Beipackzettel des Kautschuks.
Als Untergrund für meine Formen verwende ich Glasplatten von 6mm stärke.
Eher dicker als dünner.
Man bekommt sie beim Glaser. Last Euch aber die Kanten gut abschleifen!
Ich hatte mal den Fall, daß an einem unserer Kampfkreisel das Kunstoffinnenteil abgenutzt war.
Zum Glück hatten wir noch einen 2. der kaum Verschleißspuren zeigte. Ich habe ihn zerlegt und das Kunststoffteil
mit doppelseitiger Klebefolie auf eine meiner Glasplatten geklebt.
Zu Beginn wiege ich so ca. 5-10g Kautschuk ab und tropfe den Vernetzer an Rand entlang.
( siehe Bild unten, der leicht blaue Rand um den Kautschuk herum im Rührbecher)
Hat sich mit der Zeit als ein gutes Verfahren entwickelt, so hatte ich nach dem Verrühren
bis jetzt kaum Stellen gehabt, die später nicht vulkanisiert waren.
Nachdem ich gut umgerührt hatte, benutzte ich einen kleinen Pinsel (den ich danach wegschmeissen konnte)
um direkt das Objekt einzupinseln. Damit verhindere ich, das Luftblasen direkt an der Oberfläche auftreten.
Durch das Mischen sind einige Luftblasen entstanden, die sich garantiert zwischen Objekt und Kautschuk setzen würden, wenn ich die Mischung direkt auf das Objekt schütte.
Diese erste Schicht hatte ich ausvulkanisieren lassen.
Danach verwendete ich den Pinsel noch einmal um die nächste Lage Kautschuk aufzubringen.
Wieder Vulkanisieren lassen.
Mit einem Cutter hatte ich dann ein kleines Rechteck um das Objekt geschnitten, damit ich die Formeinfassung
ohne Probleme herumbauen konnte.
Unschwer zu erkennen, welche Hilfsmittel ich hierfür verwendet hatte.
Dann ging es sehr schnell. Soviel Kautschuk angerührt wie ich brauchte um meine Form vollzugiessen.
Hierbei waren mir die gebildeten Luftblasen egal. Da ich ja zuvor 2 Schichten direkt am Obkjekt hatte die voll
ausvulkanisiert waren die keinerlei Luftblasen am Objekt zeigten.
Ich hatte die ausgegossene Form dann über 24 Stunden in der Form gelassen.
Dann das Objekt rausgepult und wieder 24 Stunden in Ruhe gelassen.
Danach konnte ich die Form verwenden und Epoxydharz einfüllen.
Preislich lohnt sich der Aufwand nicht wirklich, war aber mal ein gutes Beispiel
um die Erstellung einer einseitigen Form zu zeigen.
Zu Beachten ist noch, das sich das Mischungsverhälltnis im Laufe des Formenbau nicht
ändern sollte. Wer am Anfang mit einer Vernetzerzugabe von 3% gearbeitet hat, muss dieses Verhälltnis
bis zum Ende beibehalten. Die Form könnte sich sonst verziehen.
Bei kleinen Formen ist das nicht so dramatisch, bei grösseren Formen schon.
Spätestens wenn Ihr Dellen in einer glatten Oberfläche bemerkt, die der
Prototyp nicht hatte, kann das auch am Mischungsverhältnis liegen.
- Oder die Form lag beim Aushärten des Harzes nicht ganz flach auf -
Alles schon gehabt.
Nochwas: Denkt an das Urheberrecht. Kopien von etwas zu erstellen und zu verkaufen deren Urheber
Ihr nicht seid ist strafbar!
Wenn noch zusätzliche Fragen sind, können die gerne per Mail an mich gestellt werden.
Ich beantworte sie gerne.
Wie man eine 2-teilige Form erstellt, zeige ich bei den Realisierungen unter "DSA-Münzen"
Uwe
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