Münzen für das Rollenspiel "Das schwarze Auge".
Ich hatte mir mal die Mühe gemacht, im Internet nach kaufbaren Münzen für DSA
zu schauen. Viel habe ich nicht gefunden. Das, was ich fand, war zwar ganz nett - aber nicht nett genug.
Zumal ich nicht einsehen kann, für optisch gleich aussehende Münzen,
einmal Dukaten, Silbertaler und Heller anzunehmen.
Gleiche Größe, gleiche Symbolik eingeprägt, die einzige Unterscheidung wurde durch
die Farbe der Münzen vorgenommen.
Toll!
DSA-Großmeister "JoDa" war so freundlich, mir aus dem DSA-Buch (kommt noch)
Vorlagen für die Münzen zu besorgen. Ebenso den Greif, der, wie er meint, auf die
Rückseite gehört,
hat er aus dem Internet besorgt. (Link hierzu kommt auch noch). Danke hierfür.
Mir Corel Draw habe ich mir dann die entsprechenden Vorlagen zurechtgezimmert:
Natürlich darf entsprechendes Werkzeug nicht fehlen (von links nach rechts):
Ein Dorn, zum vorkratzen. Eine Nadel tut es auch, ich hatte aber hiermit mehr Genauigkeit.
Ein Pinsel, um das ausgekratzte wegzubürsten.
Einen halbrunden Schaber, einen Flachen, der spitz zuläuft und einen mit einem nahezu rechten Winkel.
Einen dickeren Dorn, und eine Art kleine Spachtel, die man zum Pasten auftragen für Acrylfarben verwendet.
Darunter eine Stopf- und eine normale Nadel.
Nachdem ich mich auf die Maße der Münzen geeinigt und die entsprechenden Vorlagen in Corel Draw fertig hatte,
schnitt ich die Münzenformen aus Pappe aus und klebte sie mit doppelseitiger Klebefolie auf eine Glasplatte.
Dann habe ich lufttrocknende Modelliermasse darübergerollt und gewartet bis sie hart war.
Mit dem guten alten Pauspapier bzw. Kohlepapier habe ich dann meine ausgeschnittenen und spiegelverkehrt ausgedruckten
Vorlagen in die entsprechenden Einbuchtungen der Münzhälften übertragen.
Mit den oben genannten Werkzeugen habe ich dann angefangen die Umrisse erst mit dem kleinen Dorn vorzuzeichnen und dann
mit den anderen Sachen auszugravieren.
Man wächst an der Aufgabe und verliert mit der Zeit die Angst was falsch zu machen.
Ansonsten macht man sich mit neuer Modelliermasse eine neue Vorlage.
Nachdem eine Münzhälfte ausgraviert war, habe ich mir etwas Green Stuff fertiggemacht und in die Vorlage eingedrückt.
Ca. 6 Stunden später habe ich den Green Stuff wieder aus der Vorlage vorsichtig herausgelöst.
Es war dann noch weich genug, um es problemlos herauszuziehen ohne dass es bricht.
War eine Hälfte fertig, habe ich sie mit einem Cutter von allem Überflüssigen befreit.
Ebenso die Rückseite.
Nachdem ich beide zueinandergehörende Hälften fertig hatte, wurden sie noch mit Schleifpapier geebnet und auch
mit Green Stuff zusammengefügt.
Die Prototypen waren somit fertig.
Tja, der Formenbau. Ich hatte vorher noch nie eine 2-teilige Form erstellt.
Auf gehts.
Mit extra für den Formenbau hergestellte Formbaumasse habe ich 3 "Würste"
geformt und nebeneinander auf eine Glasplatte gelegt.
Dann habe ich sie mit einem alten Nudelholz plattgewalzt. Ich habe versucht die Höhe eines Lego-Steins beizubehalten.
Die Farbe auf dem Bild gibt nicht die richtige Farbe der Formbaumasse wieder.
War halt was spät und ich hatte nur Kunstlicht.
Die Münzprototypen wurden in die Formbaumasse eingedrückt. Die Formbaumasse
wurde dann mit Hilfe der kleinen Spachtel (für die Acrylpaste) rundherum
an die Münzen angedrückt.
Ich habe versucht bei den Münzscheiben möglichst mittig zu bleiben, damit der spätere
Gußgrad ebenso Münzmittig ist.
Die oberen Gußkanäle habe ich mit der Formbaumasse Kegelförmig vormodelliert und dann mit
einem kleinen Messer der Länge nach durchgeschnitten.
Den halben Gußkanal habe ich dann an die Münze angelegt und in die Form eingearbeitet.
Ähnlich bin ich mit den Abluftkanälen vorgegangen.
Die Einbuchtungen, bzw. Ausbuchtungen die man zur Arretierung der Form benötigt, damit sie sich
nicht verschieben, wenn sie aufeinanderliegen, habe ich u.a. mit einem Bleistiftende gemacht.
Den Formenumbau habe ich dann mit Legosteinen erstellt. Da ich bei der Formbaumasse 1 Steinhöhe zu
Grunde gelegt habe, wurde die Umrandung nun 2 Steine hoch. Somit bekomme ich eine ausreichende
Wanddicke für den hitzebeständigen Silikonkautschuk.
Die ersten Schichten habe ich natürlich, damit sich am Gußstück keine Luftblasen bilden,
mit einem kleinen Pinsel aufgetragen.
Den Rest dann normal ausgegossen und nach dem Aushärten ohne Probleme von der Formbaumasse lösen können.
Die erste Hälfte ist nun fertig.
Diese Hälfte habe ich nun wieder mir den Prototypen versehen und die Guß- sowie die Abluftkanäle mir Formbaumasse aufgefüllt.
Jetzt kommts: Die Form muss jetzt gut mit Trennmittel eingesprüht werden. Ich hatte das Formen-Trennmittel
von Hobbytime verwendet. Selbst 5x besprühen hat nicht wirklich geholfen.
Es hat zwar noch geklappt, ich habe aber eine halbe Stunde und viel Fingerspitzengefühl sowie Geduld
gebraucht um die Formhälften voneinander zu trennen.
Wenn ich das mal besser hinbekomme, schreibe ich das noch. Also: Vorsicht.
Das Trennmittel hatte eine weisse Schicht hinterlassen, wie auf dem Bild zu sehen ist.
Die ersten Schichten wieder mit dem Pinsel aufgetragen, wieder mit Lego eingerahmt und ausgegossen.
Vor dem Giessen nicht vergessen die Gußform mit Talkum-Puder auszupinseln.
Hier ein Bild nach dem Giessen. Die Abluftkanäle haben ihre Arbeit getan.
Die fertigen Münzen. Hier auf dem Bild sind sie von mir lackiert und mit Zapon-Lack versiegelt worden.
Das wird nicht so bleiben, das wird noch besser.
Wer hierzu noch Fragen hat, kann mich gerne anmailen.
Anfragen im Bezug auf den Erwerb dieser Münzen sind zwecklos.
Die Form hat ihre Arbeit getan. Ich habe mit ihr an die 30 Münzen ohne Probleme erstellt.
Sie sind als Geburtstagsgeschenk erzeugt worden. Danach wurde die Form von mir nicht mehr
verwahrt.
Ich erstelle auch keine weitere.
Ansonsten hoffe ich hiermit die eine oder andere Anregung gegeben zu haben.
Uwe
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